DREHTAG 08

27. Oktober 2006 (Estland, Russland)
Talinn – St. Petersburg   450 km | 1. Etappe
Gesamtkilometer: 4.950 km

In aller Frühe ging es los. Mitten in der Nacht quasi bin ich aufgestanden. Als der Wecker um 5 Uhr losging, konnte ich es kaum glauben. Ich war doch eben erst eingeschlafen…

Um 6 Uhr sind wir dann in Richtung russische Grenze gefahren. Es war stockfinstere Nacht, Regen und tosender Wind. So stark, dass das hoch spritzende Wasser der Reifen des Vordermanns sofort bei Seite geweht wurde. Kurz vor der Grenze haben sich alle Staff-Fahrzeuge gesammelt und wir sind im Konvoi die letzten Kilometer zur Grenze gefahren. Dort angekommen ging das übliche Prozedere los. Raus aus Estland, das war noch ganz einfach, dann aber rein nach Russland. Zuerst musste man einen Bogen ausfüllen der nur in Kyrillisch geschrieben war. Die Beamtin erklärte mir kurz wo was hinkommt und weiter ging’s. Gar nicht so einfach sich zu merken wo die paar Daten hin sollen wenn man wirklich gar keinen Anhaltspunkt hat wo was hinkommen soll. Nach dem das erledigt war, weiter zur Zollabfertigung. Danach noch eine letzte Papierkontrolle am letzten Schlagbaum und wir waren in Russland. Bei uns dauerte die ganze Prozedur ungefähr 2 1/2 Stunden. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass manche Teilnehmer wie unser Autor mit seinem Kollegen, die mit allen anderen Teilnehmern später über die Grenze sind, 4 Stunden gebraucht haben. Hinter der Grenze wollten wir filmen, wie die ersten Teilnehmerfahrzeuge durchkommen. Wir wurden sofort von der Polizei aufgefordert umgehend nach St. Petersburg weiterzufahren. Ein paar Kilometer später haben wir dann doch auf einem Parkplatz angehalten und auf die Ersten gewartet. Mehr als eine Stunde später kamen dann die Ersten. An die haben wir uns dann auch dran gehängt. Bis nach St. Petersburg. Dort angekommen ging das Chaos los. An manchen Stellen durften wir nicht zu nah an die Fahrzeuge ran, weil die von den anderen Teams, die in St. Petersburg schon platziert waren, gedreht wurden. Wir selber durften aber ein bestimmtes Fahrzeug nicht verlieren, weil wir die Ankunft drehen sollten. Nach dem wir sie dann doch verloren haben sind wir direkt zum Ziel am Isaacplatz gefahren und haben dort auf die Ankommenden gewartet.

Es ist für diese Teilnehmercrew nun der Abschied. Bis auf ein paar Ausnahmen verlassen jetzt alle nach einer Etappe die Tour. Heute sind schon die Nachfolger angekommen und erhalten heute Abend die Schlüssel der Autos. Für die fängt die Tour erst an und für die, die jetzt fertig sind war es wirklich ein Erlebnis. Wie die Reise schon sagt: E-Class-Experience. Es ist wirklich eine einmalige Erfahrung. Nur wir ca. 30 Staff-Members bleiben bis zum Schluss dabei. Das sind die drei Filmcrews, die Fotografen, die Techniker und die Logistik.

Morgen geht es weiter nach Moskau. Ich bin sehr gespannt. Von St. Petersburg haben ich nun nicht viel gesehen, außer, dass es ein wenig wie Venedig von Kanälen durchzogen ist und viele Brücken überquert werden müssen. Aber voller Verkehr!!! Das macht auch den meisten zu schaffen, dass man kaum von den einzelnen Ländern was mitkriegt. Es geht immer schnell schnell zum nächsten Punkt. Man hat das Gefühl an den Orten vorbeizurauschen. Gestern wussten wir erst gar nicht was für eine Währung den nötig wäre wenn man denn Zeit gehabt hätte sich was zu kaufen. Denn für Frühstück, Mittagessen, Abendessen und Sprit ist ja seitens Mercedes immer gesorgt. Den Sprit nehmen wir in einem riesigen Tanklastwagen mit, oder an speziellen Tankstellen an denen vorher der Diesel im Labor überprüft wurde. Die neuen Motoren könnten sonst an dem schlechten Diesel in Russland, Kasachstan oder China verrecken.
Es sind übrigens Kronen 😉

Russland außerhalb St. Petersburg an sich war bisher sehr wie man es sich vorstellt. Arme Dörfer, alte Autos, miserable Straßen und andauernd Polizeikontrollen oder Radarkontrollen. Zum Glück haben wir CB-Funk und können uns gegenseitig warnen. Dass alles auf Kyrillisch ist macht einem sehr zu schaffen, man kann nicht das Geringste entziffern. Aber zum Glück sind die großen Städte wie St. Petersburg auch in lateinischer Schrift aufgeschrieben. Und nach Moskau findet ja wohl jeder 🙂
Die kyrillische Schreibweise ist ja sogar in unseren Gefilden geläufig.

Aber wie es in Moskau so ist, erfahrt ihr Morgen.

Route Talinn – Sankt Petersburg