Paris - Peking 2006

Ein Dreh-Reisetagebuch

Kategorie: 5. Etappe

26. Tag

RUHETAG

13. November 2006 (China)
Lanzhou
Gesamtkilometer: 13.540 km

Heute habe ich mal wieder ausschlafen können. Nachdem wir die Gepäckanzahl und das Gewicht geklärt hatten sind Alecs und ich ein bisschen in Lanzhou herumgelaufen. Wir wurden von den anderen wie Aliens angeschaut. Aber es war witzig durch all die kleinen Gassen zu laufen. An all den Garküchen vorbei und den kleinen Geschäften.

In einem Supermarkt, in dem wahrscheinlich nur die reichen Einwohner einkaufen können, haben wir unseren Red Bull Vorrat aufgefrischt 🙂

An der Lanzhou’schen Fifth-Avenue vorbei (Ich nenen sie so, weil hier nur Edel-Boutiquen sind) sind wir wieder Richtung Hotel zurück gelaufen. Angekommen treffe ich Wei Ching, die mir endlich meinen chinesischen Führerschein überreicht 🙂

Heute Abend müssen wir nun doch drehen 🙁
Die Schlüsselübergabe der alten Teilnehmer an die neuen muss auf Video gebannt werden. Wird wohl nichts mit dem kompletten Day-Off.

27. Tag

DREHTAG 24

14. November 2006 (China)
Lanzhou – Wuhai   620 km | 5. Etappe
Gesamtkilometer: 14.160 km

Der erste Tag unserer letzten Etappe! Es geht dem Ende entgegen. Die neuen Teilnehmer sind alle heiss auf die Etappe. Die Crews, die nun seit Paris dabei sind zeigen die ersten Ermüdungserscheinungen. Die Meisten sind froh endlich bald anzukommen. Wir haben inzwischen mehr als 13.500 km hinter uns gebracht. Ca. 200h reine Autofahrt.

Heute fahren wir erst durch ein Gebirge aus Sandhügeln aus Lanzhou raus. Die Autobahn wurde regelrecht in die Berge gefräst. Kaum Einer Unterwegs und man fährt wie auf Schienen. Abgesehen von den sporadisch auftauchenden heftigen Bodenwellen. Wir fahren erst mal die ersten 300 km mit einer Unterbrechung. Wir halten an um ein paar E-Klassen zu filmen, wie sie in diesen Sandbergen an uns vorbei fahren. Dabei überholt uns auch der Lastwagen mit unserer Zapfsäule und den Aral-Jungs. Eine seltene Angelegenheit, da die Jungs sonst immer in aller Frühe losfahren müssen, damit die Tankstelle aufgebaut ist wenn die ersten Teilnehmer am Hotel ankommen. An der Abzweigung zur ersten Routenoption sehen wir wieder eine dieser riesigen Tankstellen die es in China andauernd gibt. Tankstellen in unserer Größe wie in Europa gibt es kaum. Nur solche Monströsitäten. Man könnte meinen, dass die Chinesen noch sehr viel vorhaben in Zukunft!

Unser erster Options-Halt ist ein buddhistisches Kloster. Da gibt es nicht viel dazu zu sagen. Wir drehen ein paar Bilder wie E-Klassen ankommen und das wars. Raphael und David haben die ganze Anlage schon gedreht. Deshalb haben wir ein bisschen Zeit uns in dem Kloster umzuschauen. Ehrlich gesagt haben mir die Anlagen der Thailändisch-Buddhistischen Mönche letztes Jahr bei den Dreharbeiten im Juli viel besser gefallen. Es ist hier eben ein anderer Buddhismus, gemischt mit Aberglauben und den anderen Religionen.

Unser nächster Halt ist 60 km weiter. Eine Ansammlung von 108 sogenannten kleinen Dagobas. Nichts späktakuläres. Christian und Jens haben die Anlage gefilmt als wir ankommen, so, dass wir uns hier ein bisschen umsehen und weiterfahren.

Der Rest des Tages ist Autobahn, bis nach Wuhai. Mal wieder eine Industriestadt die von einer riesigen Smog-Glocke bedeckt ist und in der es nach Kohle und Schwefel stinkt. 🙁

Das wars für heute.

Route Lanzhou – Wuhai

28. Tag

DREHTAG 25

15. November 2006 (China)
Wuhai – Hohhot   630 km | 5. Etappe
Gesamtkilometer: 14.790 km

Nach einem sehr bescheidenen Frühstück, und einem noch bescheidenerem Lunchbox-Buffet (Es gab nicht mal mehr die Weissbrott-Fluffy-Sandwiches die wir alle so „lieben“ gelernt haben) ging es wieder zur Abfahrt der Teilnehmer. Da die Teilnehmer diesmal in einem anderen Hotel waren als wir mussten wir erst mal unser Gepäck wieder ins Auto hieven und zum anderen Hotel fahren. Wir drehen ein paar O-Töne unter anderem mit einer Italienerin von Rai Uno. Schön die Sprache wieder zu hören. Nachdem die meisten abgefahren sind düsen wir allen hinterher.

Heute geht es durch die Wüste Gobi zur „singenden Sanddüne“ am Rande der Kubuqi-Wüste. Ihr lest richtig. Kein Scherz, die heisst so! Aber zuerst überholen wir auf einer ewig langen Gerade den kompletten, diesmal durch Zufall entstandenen, Konvoi der E-Klassen. Dabei drehen wir sie. An der Spitze angelangt, Thomas uns immer dicht am Heck mit seiner E-Klasse folgend, sehen wir, rechts von uns, dass wir auf gleicher Höhe mit einem Zug fahren. Wir ziehen nach links, lassen Thomas rechts überholen mit dem Zug auf der Kammspitze einer Düne im Gegenlicht im Hintergrund. Perfekter Schuss. So beginnt einer super Tag!

Die nächsten 400 km gehen durch die Wüste. Mal Felsen, Steppe oder ab und zu mal leichte Sanddünen. Die Gobi ist keine wirklich Sandwüste. Sie verändert ihr Gesicht sehr schnell. René erzählt mir, später beim Mittagessen, dass manche Menschen in die Gobi gehen und keine einzige Sanddüne sehen. Manchmal ist sogar alles grün wenn es kurz vorher geregnet hat. Nach ein paar Aufnahmen vom Dach und den eben erwähnten 400 km kommen wir an dieser ominösen singenden Sanddüne an.

Die Sanddüne liegt am nördlichen Ende der Kubuqi-Wüste. Die Hauptattraktion der Provinz Innere Mongolei. Wir sind nicht in dem Land namens Mongolei! Aber diese Provinz grenzt an die Mongolei, daher der Name. Die Düne ist ziemlich groß. Etwa 400 km lang aber nur 15 bis 50 km breit. In Xiangsha Wan, der Ort an dem wir die Düne besuchen türmt sich diese normalerweise nur 10 bis 15 Meter hohe Düne bis zu 110 Meter hoch. Xiangsha Wan bedeutet singende Sandschlucht. Der Wind der über den Kamm fegt soll angeblich ein leichtes Wimmern oder eben Singen verursachen. Daher der Name. Schon Marco Polo begegnete dieser Düne und meinte dieses Singen käme von Dämonen, die fremde Besucher wieder zurück treiben sollen.

Hier haben gibt es auch Mittagessen. Zum Glück, oder Buddha sei dank und nicht Gott sei dank, wie ein sehr netter japanischer Kollege uns am morgen zu einem anderen Thema in anderer Form sagte. Denn bei dem mageren Frühstück hatten alle ziemlichen Hunger. Nach der Vorspeise kommt eine Gruppe, die in mongolischen Gewändern gekleidet ist und an jedem Tisch eine Willkommens-Weise in mongolischer Tradition singt. Danach wird normalerweise mit mongolischem Schnaps angestoßen. Da wir aber alle noch fahren müssen gibt es mongolischen Milchtee für alle.

Nach dem Essen drehen wir wieder ein paar O-Töne. Mit von der Partie ist auch eine Teilnehmerin, die bei Auto Motor Sport die Auswahl gewonnen hat. Nach dem Interview stellt sich heraus, dass sie aus Tennenbronn ist! Wie klein die Welt doch ist! Im Anschluss will Thomas mit der E-Klasse am Rande der Düne ein paar Aufnahmen machen. Zuerst gibt es bedenken, weil die E-Klasse im Matsch versinken könnte. Doch wir fahren runter zur Düne und drehen ein paar spektakuläre Bilder wie Thomas mit der E-Klasse mit vollsspeed durch den Sand und das Eis fährt. Ihr hört richtig, Eis. Der kleine Bach der entlang der Düne fließt ist zum Teil gefroren. Die Aussentemperatur beträgt im Schatten +6°C. Und das in der Wüste! Tags! Nun heisst es Abschied nehmen und die restlichen 200 km ab ins Hotel nach Hohhot.

In Hohhot müssen wir nochmal ran. Der Gouverneur der Inneren Mongolei empfängt die Teilnehmer und hält eine Rede. Wir drehen das Ganze. Bis wir das gedreht haben und wieder alles ausgeladen haben ist es 21 Uhr. Jetzt noch schnell was essen gehen und ab ins Bettchen 🙂

Ich freue mich auf morgen. Der letzte Tag mit vielen Kilometern. Danach sind wir in Badaling und haben übermorgen nur noch 80 km nach Peking, die wir anscheinend im Konvoi fahren. Ob aber wirklich alles so kommt? Wir werden sehen 🙂

Laurent

Route Wuhai – Hohhot

29. Tag

DREGTAG 26

16. November 2006 (China)
Hohhot – Badaling   510 km | 5. Etappe
Gesamtkilometer: 15.300 km

Heute Morgen habe ich mal wieder aufs Frühstück verzichtet. Lieber eine halbe Stunde länger schlafen. Dafür gab’s aber endlich mal wieder ein vernünftiges Lunch-Box-Buffet. Ich bin trotzdem etwas früh dran und habe alles Private und Arbeitstechnische vorbereitet und bin um halb acht schon fertig. Eine halbe Stunde vor Abfahrt. Kurz darauf taucht Thomas auf. Er will heute mal mit unserer Evil-Cam ein paar Interviews mit den Staff-Leuten machen. Das sind alle die nicht zu den Gästen von Mercedes gehören. Also die Filmteams, die Fotografen, die Techniker und die Organisatoren. Ich schnape mir unsere PD 150, eine DVCAM-Kamera und wir ziehen los und machen ein paar witzige Interviews mit einigen Kollegen aus den einzelnen Departments. Um neun sind wir fertig und Alecs kommt auch zum Auto und wir können los.

Hier muss ich kurz einen Begriff klären: Evil-Cam. Ed, der Kollege von Thomas der uns von Berlin bis Moskau begleitete, hat mit seiner miniDV-Kamera selber noch ein bisschen gedreht. Diese Kurzen Filmchen sind im Internet zu sehen. Auf dem Youtube-Channel des E320guy sind die Filme zu sehen. Irgendwan sind wir zu dem Spitznamen Evil Ed gekommen. Nicht böse gemeint aber er kam halt einfach. Nun ist Ed aber seit Moskau nicht mehr dabei und Dave, der diese miniDV-Geschichten kurzzeitig übernommen hatte auch nicht mehr. Nun haben wir mit unserer miniDV/DVCAM-Kamera zum Teil für die sogenannten Youtube-Filme noch nebenher gedreht. Nun ist die Handkamera von Ed aber zum Teil so wackelig  und abgefahren gewesen, dass wir mit Absicht extreme Kameraeinstellungen mit dieser kleinen Kamera machen. Und diesen Stil haben wir passender Weise „evil“ genannt. Seit dem ist das unsere Evil-Cam. Sobald also noch für die Youtube-Geschichten was gemacht werden soll, manchmal drehe ich dann sogar parallel zu Alecs wenn er die Große „Mühle“ bedient, nennen wir dies Evil-Cam-drehen 🙂

Aber weiter im Programm. Die erste Hälfte des Tages verläuft recht unspektakulär. Ziemlich langweilige Autobahnfahrten. Nichts besonders am Strassenrand was wir drehen könnten. Das einzige was Spaß macht und vorm einschlafen schützt ist das „wilde“ Autofahren auf der chinesischen Autobahn. Die Chinesen haben trotz Hinweisschilder der eigenen Regierung über den Autobahnen nicht begriffen, dass man rechts fährt, links überholt und der Standstreifen zur Not da ist. Die LKWs bleiben mit 40 km/h auf der linken Spur. Ziehen zum Teil sogar noch vor einem raus ohne dass sie jemanden überholen müssten. PKWs genauso. Die meisten Chinesen fahren wie die Henker. So haben wir uns denen angepasst. Jetzt machts Spass. Mit Vollgass auf der zum Teil wenig befahrenen Autobahn. Wenn beide Spuren von zwei LKWs blockiert sind die sich gegenseitig mit 30 km/h überholen, einfach die Standspur nehmen. Geschwindkeitsbegrenzungen interessiert nicht mal die Polizei. Die sind so verdutzt uns zu sehen, dasss sie total vergessen, dass sie Cops sind. So erreicht man gute Durchschnittsgeschwindigkeiten von 99 km/h. Mit der G-Klasse die einen CW-Wert eines IKEA-Schrankes hat. Einfach gar nicht mehr vom Gas. Links überholen, rechts überholen, auf dem Standstreifen überholen. Keinen interessierts!

Das interessanteste ist heute aber unser Etappenziel. 80 km vor Peking: Badaling. Die Hochburg der Touristen für die Chinesische Mauer. Man fährt mit dem Auto erst an unzähligen Souvenir-Läden vorbei. Dann fährt man mit dem Auto durch ein Tor der Chinsischen Mauer, ist dann in einem kleinen Durchgangshof und fährt wieder durch ein Tor aus der Mauer wieder raus. Selbstverständlich halten wir an und drehen wie Thomas mit der E-Klasse durchfährt. Danach machen wir ein paar Bilder von der Mauer. Wir fahren weiter zum Hotel. Das Commune – By The Grat Wall – Kempinski – Beijing. Direkt in den Hügeln hinter der Mauer liegt ein Dorf von Bungalows. Jedes einzeln von einem anderen Architeketen entworfen. Dort wohnt man dann zu viert bzw in vier Zimmern mit Doppelbetten. Alecs, Götz, Felix und ich haben das Glück auch in einem der Bunglows zu wohnen. Jeweils zwei Mann in einem Bungalow. Die werden aber erst um halb neun Abends frei, weil dort die Cocktail-Empfänge für die Teilnehmer sind. Das ist der Grund warum wir die haben können. Der Rest der Mannschaft  ist in einem anderen Hotel untergebracht, dass 10 km weiter ist und sogar noch näher an der Mauer liegt. Aber hier in einem der Bungalows zu wohnen ist was besonderes. So ein Bungalow soll 1.000,- € die Nacht kosten! Aber das wir hier alle hier schlafen hat auch eine praktischen Grund. Götz und Felix müssen ja mit ihrem SchnittSprinter nachts schneiden, und Alecs und ich drehen Abends noch den Empfang, an dem auch Herr Dr. Zetsche persönlich anwesend sein wird. Morgen früh drehen wir auch gleich wieder die Abfahrt der Teilnehmer Richtung Beijing. So sind wir gleich vor Ort.

Morgen ist nun der große Tag. Die Einfahrt nach Peking. Ich bin gespannt wie alles wird. Ich berichte dann Morgen. Bis dahin.

Euer Laurent.

Route Hohhot – Badaling

30. Tag

DREHTAG 27

17. November 2006 (China)
Badaling – Peking (Beijing)  120 km | 5. Etappe
Gesamtkilometer: 15.420 km

Der letzte Tag der Tour. Heute geht es drunter und drüber. Nach dem Frühstück kommt die Nachricht, das Christian und Jens, die die E-Klasse riggen sollten (Stativ an die Tür anbringen, für die nicht-Filmer 🙂 ) um Dr. Zetsche zu filmen wie er in der E-Klasse fährt, im Stau stehen. Alecs und ich müssen das machen, ohne Spezialstativ. Wir bereiten alles vor. Zusätzlich sollen wir danach filmen wie Dr. Zetsche dann mit dem ersten Kovoi losfährt und davor ein Interview führen. Alles ein bisschen stressig gleich am Morgen. Zum Glück schaffen es Christian und Jens doch noch rechtzeitig. Alles läuft prima. Dann tauchen drei schwarze Mercedes-Limousinen auf. Alle haben Blaulicht. Aus den Autos steigen GSG9-ähnliche Typen aus mit Maschinengewehr im Anschlag. Unsere Eskorte in die Stadt ist da! Jetzt geht alles ziemlich schnell. Nachdem wir noch ein paar Interviews aufnehmen stellen sich die ersten E-Klassen in Reihe auf um den zweiten Konvoi zu bilden. Alecs dreht die Abfahrt, während ich mit der G-Klasse am Ende des Konvois stehe. Wir fahren durch die Berge an der chinesischen Mauer vorbei. Auf der Autobahn angelangt überholen wir den ganzen Konvoi. Wir haben die Aufgabe in Peking an einem bestimmten Tor zu sein und zu filmen wie die anderen durchfahren.

In Peking angekommen interpretieren wir eine Abfahrt im Roadbook falsch und sind in der sch….. Über zig Umwege schaffen wir es wieder auf die Route zu kommen, doch mit Hilfe der Polizeieskorte ist der Konvoi nun auf gleicher Höhe wie wir. Mit halsbrecherischen Manöveren und unter Verletzung wahrscheinlich jeder bekannten Verkehrsregel (Abgesehen vielleicht von Falschparken) überholen wir den Konvoi in Pekings dichtem Verkehr. Stellt Euch Paris‘ Verkehr hoch 10 vor! Und vergesst nicht die Fahrweise der chinsesen. Die ist ja auch nicht von schlechten Eltern.

Das Tor finden wir zwar nicht und der Konvoi fährt auch nicht durch aber wir filmen die Ankunft am Yongding-Tor. Kurz vor dem Tor müssen alle Autos halten. Ein riesiges Zelt steht auf der Allee zum Tor. Hier findet die Pressekonferenz statt. Alecs und ich haben kurz vor Ankunft in Peking einen Anruf von Thomas bekommen. Wir müssen die Pressekonferenz filmen. Es ist doch kein Team von uns da, die das covern kann. Wir stellen uns mit den anderen Fernsehteams vorne an die Bühne und warten dass die Konferenz beginnt. Zuerst gibt es ein paar Worte von Johannes Reifenrath. Dann kommt ein 3 minütiger Film von dem Gesamten von uns drei Teams gedrehten Material über die Reise. Von Paris nach Peking in drei Minuten. Es ist Beeindruckend die ganze Fahrt nochmal komprimiert so Revue passieren zu lassen. Als im Film der ganze Tross nach Peking kommt geht das hintere Tor auf und eine E-Klasse fährt auf die Bühne. Im Auto sitzt Dr. Zetsche. Er steigt aus und hält eine Rede. Danach geht das Tor hinter der Bühne auf und die E-Klasse fährt die letzten 150 m zum Yongding-Tor. Danach fahren alle E-Klassen einzeln auf die Bühne, die Fahrer werden von Dr. Zetsche vorgestellt und sie fahren dann ebenfalls weiter zum Tor. Zum Schluss sind alle vor dem Tor versammelt und es gibt noch eine offizielle Verabschiedung. Die Fahrt ist offiziell vorbei. Die Autos werden jetzt von Mercedesmitarbeitern zum neuen Mercedeswerk in Beijing gefahren. Die E-Klassen kommen nämlich aufs Schiff und werden nach Deutschland zurück gebracht. Die Teilnehmer verabschieden sich von den Autos und nehmen das Shuttle zum Grand Hyatt Hotel Beijing. Wir dagegen behalten unsere G-Klasse noch ein Weilchen.

Im Hotel angekommen, das in der gleichen Strasse ist wie der Platz des himmlischen Friedens und die Verbotene Stadt, nur ein paar hundert Meter weiter, laden wir das gesamte Auto aus. Ausser dem nötigsten zum Drehen. Wir müssen noch die Abendveranstaltung drehen. Ansonsten lassen wir alles aufs Zimmer bringen, da wir das Auto dann im Werk lassen, wo die Veranstaltung ist. Heute Abend wird das Werk eingeweiht und die erste in China hergestellte E-Klasse präsentiert. Wir warten vor dem Hotel auf den Shuttle-Service für die Teilnehmer, damit wir ihm zum Werk folgen können. Die Fahrt durch Pekings Feierabendverkehr dauert eineinhalb Stunden für zwanzig Kilometer. Dann verfährt sich einer der Busfahrer und weiss den Weg nicht weiter! Nach insgsamt zwei Stunden sind wir dann endlich im Werk. Alle genervt und hungrig, da wir seit dem Frühstück nichts mehr zu essen hatten. Mercedes hat eine riesen Show auf die Beine gestellt. Wir drehen das ganze und essen dann was am Buffet.

Nachdem die Veranstaltung zu Ende ist gehen wir zum Auto. Wir müssen nun die restlichen Sachen raus holen, ins Shuttle bringen und das Auto abgeben. Schweren Herzens trenne ich mich von unserem „Mobile Home“. Ein letzter Blick auf den Gesamtkilometerzähler ergibt 15.420 km, 223:46h Fahrzeit, eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 69 km/h und einem Durchschnittsverbauch von 15,5l/100 km auf der gesamten Strecke. Wir fahren mit dem Shuttle dann zum Hotel. Diesmal brauchen wir nur 45 Minuten. Morgen gehts dann ans Packen und die Vorbereitung für den Flug am Sonntag zurück nach Deutschland. Aber wir gehen auf jeden Fall noch ein bisschen shoppen und sigtseeing machen 🙂

Morgen gibt es dann den vorletzten Bericht von mir. Vielleicht auch ein paar Bilder der verbotenen Stadt? We’ll see!

Route Badaling – Peking (Beijing)

31. Tag

RUHETAG

18. November 2006 (China)
Peking (Beijing)
Gesamtkilometer: 15.420 km

Heute habe ich frei! Jipiee!!!!! Habe mich aber entschlossen nicht zu lange auszuschlafen. Gleich früh zum Frühstück um noch was von Peking sehen zu können. Nach dem Frühstück treffe ich mich mit Alecs in der Lobby. Für alle Mercedes-Gäste werden heute mehere Ausahrten angeboten. Eine in die Verbotene Stadt und eine in ein Viertel von Peking in dem man Souvenirs einkaufen kann und das wohl noch so aussieht wie vor hundert Jahren. So wie Peking früher aussah. Wir entscheiden uns die Fahrt um 14 Uhr in die Verbotene Stadt zu nehmen, uns dann ziemlich bald auszuklinken und danach selbst in ein paar Gassen zu laufen und die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Ich habe dann noch vor ein paar Souvenirs zu besorgen 🙂

Ich gehe wieder auf mein Zimmer und fange an das Equipment für den Flug zu packen. Alecs kommt ein wenig später nach. Nach einiger Zeit haben wir es geschafft alles in die Kisten zu packen die wir haben. Ehrlich gesagt ging das diesmal so einfach wie noch nie! Haben vor der Abreise auch gut drüber nachgedacht das alles irgendwie in Kisten passen muss. Schon für die Autofahrt die ja doch ziemlich turbulent war.

Nach ein paar Stunden erholsamer Ruhe ist es 14 Uhr. Wir treffen uns mit den anderen, die auch die Exkursion machen, in der Lobby. Wir bekommen zwei chinesische Begleiterinnen die uns durch die Verbotene Stadt führen sollen. Aber zuerst müssen wir mit dem Bus dahin kommen. Das stellt sich erst ein wenig kompliziert da. Die Busse behindern sich zuerst gegenseitig und kommen kaum aus dem engen Vorfahrweg am Hintereingang raus. Nach einem Umweg über den Platz des himmlischen Frieden, der bei dem Verkehr in der Stadt fast ein halbe Stunde dauert, kommen wir an.

32. Tag

RÜCKREISE

19. November 2006 (China, Deutschland)
Peking (Beijing) – Stuttgart – ca. 10.000 km im Flieger
Gesamtkilometer: 25420 km